Dienstag, 11. September 2012

Niko wird Astronaut.

Vorname, Alter, Stadt:
Niko, 28, Berlin

Was wolltest Du als Kind werden?
Das Einzige woran ich mich definitiv erinnern kann, war der unbedingte Wunsch, nicht in einem Büro zu sitzen, sondern etwas „lebendiges“ zu machen. Ob es nun Musik, Mode oder was auch immer werden würde, war damals nicht ganz klar. Aber ich denke, langsam zeichnet sich etwas ab.

Was ist dein Beruf?
Derzeit noch offiziell Student.

Wie viele Stunden arbeitest du/Woche?
Schwer zu sagen, da viele Prozesse einfach ineinander übergehen und die Grenzen mittlerweile sehr stark verschwimmen. Im Prinzip lässt es sich so aufteilen, dass auf die Dinge, die mit Disziplin – also „tatsächliche“ Arbeit – erledigt werden müssen, ca. 30-40 Stunden die Woche fallen und alle weiteren Dinge, die weniger Disziplin erfordern, da ein persönliches Verlangen besteht auch noch einmal ca. die selbe Zeit beanspruchen. Aber wie gesagt, es ist alles so stark miteinander verwoben, dass die Grenzen fließend sind.

Bist du glücklich mit deiner Arbeit?
Definitiv! Es gibt derzeit nichts, das mich mehr erfüllt, als ein Teil von wemade zu sein und dabei teilhaben zu dürfen, wie eine kleine Idee immer größer wird und Stück für Stück ihr Potential ausschöpft.

Würdest du etwas anderes machen, wenn du die freie Wahl hättest? (Wenn ja, was?)
Nein! Ich habe mich frei dazu entschieden, diesen Weg zu wählen, den ich persönlich und den wir zusammen als wemade gehen. Unser Team ist mitunter sehr dickköpfig, oder besser gesagt, sehr zielstrebig. Daher werden wir so schnell auch nicht von unserem Weg abweichen.

Wie viel verdienst du monatlich?
Derzeit schwankt es stark zwischen 400€ und 1000€. Berlin eben. Aber ich kann mir regelmäßig neue Jordans kaufen, also ist alles gut.



Donnerstag, 17. Mai 2012

Der Mensch selbst.

Die Antwort des Dalai Lama auf die Frage, was ihn an der Menschheit am meisten überrascht:

"Der Mensch selbst.
Weil er seine Gesundheit opfert, um Geld zu verdienen.
Dann opfert er das Geld, um seine Gesundheit wieder herzustellen.
Außerdem hat er eine solche Angst vor der Zukunft,
dass er die Gegenwart nicht genießt, mit dem Ergebnis,
dass er weder in der Gegenwart noch in der Zukunft lebt.
Der Mensch lebt als würde er niemals sterben,
und stirbt dann ohne jemals wirklich gelebt zu haben."


(via The Club of Happy Life-Preneurs)

Also:

Freitag, 11. Mai 2012

Christian wird Astronaut.

Vorname, Alter, Stadt
Christian, 36, Leipzig

Was wolltest du als Kind werden?
Ehrlich gesagt kann ich mich daran gar nicht mehr recht erinnern. Ich weiß nur: Archäologe war mal unter meinen Traumberufen als Kind. Ich glaube, weil ich „Indiana Jones“ in den 80er Jahren so toll fand. Aber die Phase ging schnell wieder vorbei.

Was ist dein Beruf?
Ich bin zum einen Ausstellungsmacher und habe mich im November letzten Jahres zusammen mit einem Arbeitskollegen selbstständig gemacht. Wir haben eine Ausstellungsagentur namens „Zeitläufer“ gegründet und planen und realisieren kulturhistorische und zeitgeschichtliche Ausstellungen von der ersten Idee bis zum Ausstellungsaufbau. Dabei kommt so allerhand zusammen, was ich vorher auch schon immer mochte: Sich in Themen einarbeiten, sie für Leute ohne Vorwissen verständlich aufzubereiten, die Geschichten hinter Exponaten zu recherchieren, Texte dazu zu schreiben, zu überlegen, wie man diese Dinge und die Erzählungen, die sie vermitteln, adäquat in einem Raum inszenieren kann und letztlich den gesamten Arbeitsauflauf (vom Vitrinenbau über die Textschilderproduktion bis hin zum Druck des Ausstellungskatalogs) zu organisieren und zu koordinieren. Ich finde spannend, dass das beim Ausstellungsmachen alles ineinander fließt.

Zum anderen bin ich aber auch in der politischen Bildung mit Jugendlichen tätig. Während die Ausstellungsagentur langsam anläuft und leider noch nicht so viel Geld abwirft, ist die politische Bildung so etwas wie mein zweites Standbein, das mich finanziell absichert. Ich bin hauptsächlich für das Archiv der Jugendkulturen aus Berlin in der ganzen Bundesrepublik unterwegs und halte an Schulen, in Jugendeinrichtungen, an Bundesfreiwilligendienst-Schulen oder wo auch immer Vorträge, leite Workshops und Diskussionsrunden zum weiten Feld von Jugendkulturen und Politik. Ich finde es spannend, immer wieder ins Gespräch mit den Kids zu kommen und einfach mal wieder mit den Ansichten anderer Menschen konfrontiert zu werden. Das „erdet“ einen doch auch immer wieder. Gerade dann, wenn man eher in wissenschaftlichen Diskursen drin steckt.

Nebenbei schreibe ich hin und wieder auch Beiträge für Bücher und Zeitschriften. Allerdings finde ich dafür immer weniger Zeit und meistens bekomme ich dafür auch kein Honorar.

Außerdem spiele ich in zwei Bands. Bei der Hardcore-Band „Brom“ spiele ich Gitarre und bei der Indie-Rock-Band „Argument“ versuche ich mich im Augenblick als Background-Sänger.

Warum ich die zwei letzteren Sachen als „Beruf“ bezeichne? Für mich gibt es diese klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit nicht wirklich. Ich gehe mit derselben Motivation ans Musik- wie ans Ausstellungsmachen heran. Wichtig ist mir einfach nur, dass ich zufrieden damit bin und das Gefühl habe, etwas Neues geschaffen oder andere Menschen zu neuen Gedanken angeregt zu haben.

Wie viele Stunden arbeitest du/Woche?
Das kann ich gar nicht so richtig sagen, weil bei mir – wie gesagt - Arbeit und Freizeit nicht klar getrennt sind. Aber auf meine 40-Stunden-Woche komme ich mit Sicherheit. Ich schätze, dass es eher eine 50- bis 60-Stunden-Woche ist.

Bist du glücklich mit deiner Arbeit?
Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit. Ich mag die Kombination aus den ganzen Jobs und dass ich mich selbst ausbeute, anstatt von einer anderen Person ausgebeutet zu werden. Das soll jetzt gar nicht zynisch klingen. Ganz im Gegenteil! Ich mag es einfach, selbst Entscheidungen zu treffen anstatt immer von den Entscheidungen anderer abhängig zu sein. Ich habe zwei Jahre in einem Vollzeit-Angestelltenverhältnis gearbeitet, habe sehr viel Geld verdient, aber glücklich gemacht hat es mich nicht, weil ich immer bloß Aufträge zu erledigen hatte und ich eigenen Ideen nur sehr selten einbringen konnte. Es ist okay für mich, auch mal einen blöden Job zu machen, wenn er mir noch die Zeit lässt, das zu tun, was mir wirklich am Herzen liegt. Wenn aber selbst das nicht mehr möglich ist, sondern diesen stupiden Job nur noch wegen des Geldes macht, dann empfinde ich die Bezahlung eher als Schmerzensgeld denn als Lohn. Glücklich macht mich das jedenfalls auf Dauer nicht.

Würdest du etwas anderes machen, wenn du die freie Wahl hättest?(Wenn ja, was?)
Ich hab mir diese Frage in der Vergangenheit oft gestellt und immer wieder damit gehadert, ob ich wirklich alles richtig gemacht habe in meinem bisherigen Berufsleben. Momentan kann ich aber mit Sicherheit sagen: Ich bin sehr froh, wie es derzeit läuft und bisher gelaufen ist. Ich habe viele Dinge ausprobiert und dabei viele Fähigkeiten gelernt, die meinen Erfahrungshorizont erweitert haben, selbst jene Dinge, die ich zum damaligen Zeitpunkt als verschwendete Lebenszeit betrachtet habe. Schließlich haben auch die mich dorthin geführt, wo ich heute stehe: An einem Punkt, an dem ich mich sehr wohl fühle.

Wie viel verdienst du monatlich?
Im Moment genug. Aber noch bekomme ich für die Ausstellungsagentur einen Existenzgründungszuschuss. Wie es ab August aussieht, wo dieser dann wegfallen wird, weiß ich noch nicht. Ich habe aber momentan das Gefühl, dass ich das ganz gut auf die Reihe bekommen werde. Irgendwie tun sich immer Möglichkeiten auf, auch wenn finanziell mal Flaute herrscht. Und wie gesagt: Solange ich das machen kann, was mir am Herzen liegt, brauche ich auch kein fettes Gehalt. Da reicht es mir, wenn ich mir hin und wieder einen Milchkaffee und vielleicht einmal im Monat ein gutes Buch leisten kann.

Sonntag, 29. April 2012

Sven wird Astronaut.

Vorname, Alter, Stadt
Sven. 35. Berlin.

Was wolltest du als Kind werden?
Archäologe.

Was ist dein Beruf?
Offiziell: Kultureller Unternehmensberater.
Inoffiziell: Herzenswäscher.

Wie viele Stunden arbeitest du/Woche?
Offiziell: 50.
Infoffiziell: Ich mache, was ich bin. Manche nennen das Arbeiten. Manche nennen das Hobby.
Manchmal gibt es Geld dafür. Manchmal nicht. Und manchmal wirklich gar nichts. Aber ich mache weiter. Schritt für Schritt.

Bist du glücklich mit deiner Arbeit?
Offiziell: Ja. Immer.
Inoffiziell: Da ich ein Feedbacker bin, vorsichtig und sehr harmonieorientiert, habe ich viel zu tun – und bekomme wenig zurück. Und bin daher oft müde und unentspannt. Da ich aber immer mache, was ich mich antreibt, bin ich eigentlich glücklich. Eigentlich. Mein Frieden mit mir selbst ist halt eine zarte Pflanze, die nur langsam wächst. Also bin ich ein Glücklich-Sein-Absolute-Beginner. Aber immerhin.

Würdest du etwas anderes machen, wenn du die freie Wahl hättest?(Wenn ja, was?)
Das ist ja die Krux: Ich habe die freie Wahl. Alles, was fehlt, ist Wertschätzung. Aktiv und passiv. Wie oben bereits angedeutet. Ich bin halt ein absoluter Beginner.

Wie viel verdienst du monatlich?
1.000 EUR


Montag, 23. April 2012

Dennis wird Astronaut.

Vorname, Alter, Stadt
Dennis, 29, Berlin

Was wolltest du als Kind werden?
Umweltschützer

Was ist dein Beruf?
Serial Social Innovator - ich entwickle neue Konzepte, Programme, Initiativen, Hoste Veranstaltungen, schaffe Räume für Co-Creation und persönliches Wachstum und bin Glücksbringer... ich suche übrigens gerade nach einem passenden Visitenkarten-Titel. Any ideas!?

Wie viele Stunden arbeitest du/Woche?
50-80

Bist du glücklich mit deiner Arbeit?
Sehr. Nur Menschliches Wachstum ist unbegrenzt und Gesund in rauen Mengen. Dazu beizutragen ist brutal zufriedenstellend.

Würdest du etwas anderes machen, wenn du die freie Wahl hättest?(Wenn ja, was?)
Die Wahl habe ich doch jeden Morgen, bisher habe ich nichts gefunden, was mich mehr reizt.

Wie viel verdienst du monatlich?
Genug. Mein Gehalt ist sicher kein Schmerzensgeld wie bei vielen meiner Freunde. Aber ich verdiene genug um mir ein schönes Zuhause, inspirierende Momente in Opern, fremden Ländern oder guten Restaurants, oder meine Leidenschaft (autofahren) erlauben zu können. Ich habe alle unternehmerischen Freiheiten die ich mir wünsche, kann mir meinen Tagesablauf, meinen Arbeitsort, mein Team und meine Themen aussuchen. DAS ist wohl der größte Luxus und kalkulierter Teil meines Gehalts. All dass verdiene ich. wenn nicht mehr.


Sonntag, 15. April 2012

Als ich mich selbst zu lieben begann...

"Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich Liebe und was mein Herz zum lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.




Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich:

DAS IST DAS LEBEN!"

Charlie Chaplin
an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Sonntag, 25. März 2012

Erich Fromm und Glück.

"Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das "billigste" ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen." Erich Fromm.