Montag, 28. Januar 2013

Frohes Schaffen & Die ständige Erreichbarkeit des Seins.

Der Regisseur Konstantin Faigle hat einen Film zur Senkung der Arbeitsmoral gedreht. "Frohes Schaffen"
Und er stellt Fragen, über die man mal nachdenken darf...




via www.grundeinkommen.ch - dort gibt's auch noch ein interessantes Interview mit Konstantin Faigle.


Und noch eine Doku. Auf zdf info. "Ulrich protestiert: Gegen die ständige Erreichbarkeit - Wenn das Smartphone unser Leben bestimmt." 
Sind wir denn jemals offline?
Wolf-Christian Ulrich macht sich auf die Suche nach Antworten...




Danke für den Tipp Hazen. 

Und damit eine schöne Woche...

Sonntag, 20. Januar 2013

Ricarda wird Astronautin.

Vorname, Alter, Stadt
Ricarda, 29, München

Was wolltest Du als Kind werden?
Detektivin, wegen der Geheimnisse.
Künstlerin, weil man dann dauernd zeichnen darf.
Irgendwas mit Tieren. Aber ich mochte nur Schildkröten und Greifvögel.

Was ist dein Beruf?

Ich bringe mutigen Menschen bei, wie sie sich selber eine Website für ihre Projekte bauen können [www.diegutewebsite.de]. Also das ist der unternehmerische Teil meiner Berufung.

Außerdem gibt es die künstlerische Seite - ich schreibe, täglich, und inzwischen auch wöchentlich in einer „intimen Öffentlichkeit“ [www.ricardakiel.de]. Und ich zeichne immer noch, und mache Bilder, und füge alles ab und an zu Büchern zusammen [tisch.butterundfische.de/usa-bericht-ricarda.pdf (Vorsicht, dickes 30MB PDF)].

Wie viele Stunden arbeitest Du/Woche?

Noch nie wirklich gezählt. Phasenweise sicher arg viel, dann nehme ich wieder eine Zeitlang mehr Input auf und setze weniger um.

Aber Arbeit ist ja eine Definitionssache. Den Großteil meiner wachen Zeit verbringe ich mit Beobachtungen, Experimenten, Diskussionen, Skizzen, Spielen - was alles zu meinem Begriff von Arbeit gehört.

Der nicht-wache Anteil meiner Zeit ist meistens anstrengender - diese vielen Träume …

Bist Du glücklich mit deiner Arbeit?

Sehr! Auch wenn weder Mordfälle noch Schildkröten darin vorkommen.

Ich kann mir meinen Tag gestalten wie ich will, ich habe ganz wunderbare Kunden, ich kann die Projekte anzetteln, die für mich grad interessant sind. Ich lerne jeden Tag. Jeden. Das ist wahrscheinlich das wichtigste Element zu meinem Glück.

Und klar, da sind schlauchende Phasen dabei und Panikattacken und riesige Zweifel - aber mal ganz ehrlich, wie soll das alles denn ohne gehen? Du musst lernen die Zeiten auszuhalten, in denen du gar nichts weisst, hat gestern jemand zu mir gesagt. Yo, dachte ich.

Würdest Du etwas anderes machen, wenn Du die freie Wahl hättest?(Wenn ja, was?)

Als Selbständige habe ich ja zum Glück die freie Wahl, und die nutze ich auch. Ich mache oft etwas anderes, probiere ein neues Konzept aus, gehe auf eine lange Reise, entwickle ein weiteres Produkt.

Trotzdem ist da immer noch viel, viel Spielraum für größere Veränderungen. Zum Beispiel bin ich gelernte Schmuck-Designerin, sitze aber derzeit sehr wenig am Werktisch. Das ist eines meiner Hauptthemen im Moment: wieder mehr mit den Händen machen.

Wie viel verdienst Du monatlich?

Das schwankt noch stärker als die Arbeitszeit, und hängt immer davon ab, was für Schwerpunkte ich in den Monaten davor gesetzt habe.



Sonntag, 4. November 2012

!

"Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er am Morgen aus dem Bett kommt und am Abend wieder ins Bett geht - und dazwischen das tut, was er tun will." Bob Dylan.



Freitag, 2. November 2012

Ninia wird Astronautin.

Vorname, Alter, Stadt
Ninia, 29, Hannover

Was wolltest Du als Kind werden?
Erst wollte ich Möbelpackerin werden, etwas später hat sich aber herauskristallisiert, dass irgendetwas mit Schreiben wahrscheinlich besser für mich ist.

Was ist dein Beruf?
Hauptberuflich: Social Media Managerin
Hobby: Slam Poetin, Bloggerin, Autorin

Wie viele Stunden arbeitest Du/Woche?
40 als Social Media Managerin, den ganzen Rest als Nina

Bist Du glücklich mit deiner Arbeit?
Ja :)!

Würdest Du etwas anderes machen, wenn Du die freie Wahl hättest?(Wenn ja, was?)
Wenn ich furchtbar viel Geld hätte, würde ich wohl eine Galerie für junge KünstlerInnen eröffnen, anstatt nur im Büro zu sitzen.

Wie viel verdienst Du monatlich?
Genug, um davon zu leben. Zu wenig um so viel zu verreisen, wie ich gerne würde!




Dienstag, 11. September 2012

Niko wird Astronaut.

Vorname, Alter, Stadt:
Niko, 28, Berlin

Was wolltest Du als Kind werden?
Das Einzige woran ich mich definitiv erinnern kann, war der unbedingte Wunsch, nicht in einem Büro zu sitzen, sondern etwas „lebendiges“ zu machen. Ob es nun Musik, Mode oder was auch immer werden würde, war damals nicht ganz klar. Aber ich denke, langsam zeichnet sich etwas ab.

Was ist dein Beruf?
Derzeit noch offiziell Student.

Wie viele Stunden arbeitest du/Woche?
Schwer zu sagen, da viele Prozesse einfach ineinander übergehen und die Grenzen mittlerweile sehr stark verschwimmen. Im Prinzip lässt es sich so aufteilen, dass auf die Dinge, die mit Disziplin – also „tatsächliche“ Arbeit – erledigt werden müssen, ca. 30-40 Stunden die Woche fallen und alle weiteren Dinge, die weniger Disziplin erfordern, da ein persönliches Verlangen besteht auch noch einmal ca. die selbe Zeit beanspruchen. Aber wie gesagt, es ist alles so stark miteinander verwoben, dass die Grenzen fließend sind.

Bist du glücklich mit deiner Arbeit?
Definitiv! Es gibt derzeit nichts, das mich mehr erfüllt, als ein Teil von wemade zu sein und dabei teilhaben zu dürfen, wie eine kleine Idee immer größer wird und Stück für Stück ihr Potential ausschöpft.

Würdest du etwas anderes machen, wenn du die freie Wahl hättest? (Wenn ja, was?)
Nein! Ich habe mich frei dazu entschieden, diesen Weg zu wählen, den ich persönlich und den wir zusammen als wemade gehen. Unser Team ist mitunter sehr dickköpfig, oder besser gesagt, sehr zielstrebig. Daher werden wir so schnell auch nicht von unserem Weg abweichen.

Wie viel verdienst du monatlich?
Derzeit schwankt es stark zwischen 400€ und 1000€. Berlin eben. Aber ich kann mir regelmäßig neue Jordans kaufen, also ist alles gut.



Donnerstag, 17. Mai 2012

Der Mensch selbst.

Die Antwort des Dalai Lama auf die Frage, was ihn an der Menschheit am meisten überrascht:

"Der Mensch selbst.
Weil er seine Gesundheit opfert, um Geld zu verdienen.
Dann opfert er das Geld, um seine Gesundheit wieder herzustellen.
Außerdem hat er eine solche Angst vor der Zukunft,
dass er die Gegenwart nicht genießt, mit dem Ergebnis,
dass er weder in der Gegenwart noch in der Zukunft lebt.
Der Mensch lebt als würde er niemals sterben,
und stirbt dann ohne jemals wirklich gelebt zu haben."


(via The Club of Happy Life-Preneurs)

Also:

Freitag, 11. Mai 2012

Christian wird Astronaut.

Vorname, Alter, Stadt
Christian, 36, Leipzig

Was wolltest du als Kind werden?
Ehrlich gesagt kann ich mich daran gar nicht mehr recht erinnern. Ich weiß nur: Archäologe war mal unter meinen Traumberufen als Kind. Ich glaube, weil ich „Indiana Jones“ in den 80er Jahren so toll fand. Aber die Phase ging schnell wieder vorbei.

Was ist dein Beruf?
Ich bin zum einen Ausstellungsmacher und habe mich im November letzten Jahres zusammen mit einem Arbeitskollegen selbstständig gemacht. Wir haben eine Ausstellungsagentur namens „Zeitläufer“ gegründet und planen und realisieren kulturhistorische und zeitgeschichtliche Ausstellungen von der ersten Idee bis zum Ausstellungsaufbau. Dabei kommt so allerhand zusammen, was ich vorher auch schon immer mochte: Sich in Themen einarbeiten, sie für Leute ohne Vorwissen verständlich aufzubereiten, die Geschichten hinter Exponaten zu recherchieren, Texte dazu zu schreiben, zu überlegen, wie man diese Dinge und die Erzählungen, die sie vermitteln, adäquat in einem Raum inszenieren kann und letztlich den gesamten Arbeitsauflauf (vom Vitrinenbau über die Textschilderproduktion bis hin zum Druck des Ausstellungskatalogs) zu organisieren und zu koordinieren. Ich finde spannend, dass das beim Ausstellungsmachen alles ineinander fließt.

Zum anderen bin ich aber auch in der politischen Bildung mit Jugendlichen tätig. Während die Ausstellungsagentur langsam anläuft und leider noch nicht so viel Geld abwirft, ist die politische Bildung so etwas wie mein zweites Standbein, das mich finanziell absichert. Ich bin hauptsächlich für das Archiv der Jugendkulturen aus Berlin in der ganzen Bundesrepublik unterwegs und halte an Schulen, in Jugendeinrichtungen, an Bundesfreiwilligendienst-Schulen oder wo auch immer Vorträge, leite Workshops und Diskussionsrunden zum weiten Feld von Jugendkulturen und Politik. Ich finde es spannend, immer wieder ins Gespräch mit den Kids zu kommen und einfach mal wieder mit den Ansichten anderer Menschen konfrontiert zu werden. Das „erdet“ einen doch auch immer wieder. Gerade dann, wenn man eher in wissenschaftlichen Diskursen drin steckt.

Nebenbei schreibe ich hin und wieder auch Beiträge für Bücher und Zeitschriften. Allerdings finde ich dafür immer weniger Zeit und meistens bekomme ich dafür auch kein Honorar.

Außerdem spiele ich in zwei Bands. Bei der Hardcore-Band „Brom“ spiele ich Gitarre und bei der Indie-Rock-Band „Argument“ versuche ich mich im Augenblick als Background-Sänger.

Warum ich die zwei letzteren Sachen als „Beruf“ bezeichne? Für mich gibt es diese klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit nicht wirklich. Ich gehe mit derselben Motivation ans Musik- wie ans Ausstellungsmachen heran. Wichtig ist mir einfach nur, dass ich zufrieden damit bin und das Gefühl habe, etwas Neues geschaffen oder andere Menschen zu neuen Gedanken angeregt zu haben.

Wie viele Stunden arbeitest du/Woche?
Das kann ich gar nicht so richtig sagen, weil bei mir – wie gesagt - Arbeit und Freizeit nicht klar getrennt sind. Aber auf meine 40-Stunden-Woche komme ich mit Sicherheit. Ich schätze, dass es eher eine 50- bis 60-Stunden-Woche ist.

Bist du glücklich mit deiner Arbeit?
Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit. Ich mag die Kombination aus den ganzen Jobs und dass ich mich selbst ausbeute, anstatt von einer anderen Person ausgebeutet zu werden. Das soll jetzt gar nicht zynisch klingen. Ganz im Gegenteil! Ich mag es einfach, selbst Entscheidungen zu treffen anstatt immer von den Entscheidungen anderer abhängig zu sein. Ich habe zwei Jahre in einem Vollzeit-Angestelltenverhältnis gearbeitet, habe sehr viel Geld verdient, aber glücklich gemacht hat es mich nicht, weil ich immer bloß Aufträge zu erledigen hatte und ich eigenen Ideen nur sehr selten einbringen konnte. Es ist okay für mich, auch mal einen blöden Job zu machen, wenn er mir noch die Zeit lässt, das zu tun, was mir wirklich am Herzen liegt. Wenn aber selbst das nicht mehr möglich ist, sondern diesen stupiden Job nur noch wegen des Geldes macht, dann empfinde ich die Bezahlung eher als Schmerzensgeld denn als Lohn. Glücklich macht mich das jedenfalls auf Dauer nicht.

Würdest du etwas anderes machen, wenn du die freie Wahl hättest?(Wenn ja, was?)
Ich hab mir diese Frage in der Vergangenheit oft gestellt und immer wieder damit gehadert, ob ich wirklich alles richtig gemacht habe in meinem bisherigen Berufsleben. Momentan kann ich aber mit Sicherheit sagen: Ich bin sehr froh, wie es derzeit läuft und bisher gelaufen ist. Ich habe viele Dinge ausprobiert und dabei viele Fähigkeiten gelernt, die meinen Erfahrungshorizont erweitert haben, selbst jene Dinge, die ich zum damaligen Zeitpunkt als verschwendete Lebenszeit betrachtet habe. Schließlich haben auch die mich dorthin geführt, wo ich heute stehe: An einem Punkt, an dem ich mich sehr wohl fühle.

Wie viel verdienst du monatlich?
Im Moment genug. Aber noch bekomme ich für die Ausstellungsagentur einen Existenzgründungszuschuss. Wie es ab August aussieht, wo dieser dann wegfallen wird, weiß ich noch nicht. Ich habe aber momentan das Gefühl, dass ich das ganz gut auf die Reihe bekommen werde. Irgendwie tun sich immer Möglichkeiten auf, auch wenn finanziell mal Flaute herrscht. Und wie gesagt: Solange ich das machen kann, was mir am Herzen liegt, brauche ich auch kein fettes Gehalt. Da reicht es mir, wenn ich mir hin und wieder einen Milchkaffee und vielleicht einmal im Monat ein gutes Buch leisten kann.